Sangerhausen, den 26. März 2026 – Mit dem offiziellen Spatenstich wurde am gestrigen Mittwoch der Baustart für das Regionale Gesundheits- und Notfallzentrum (REGENT) in der Kreisstadt Sangerhausen vollzogen. Im Beisein des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, sowie des Landrates des Landkreises Mansfeld-Südharz, André Schröder, wurde damit der Grundstein für ein innovatives Modellprojekt gelegt, das die medizinische Versorgung und die Notfallrettung im ländlichen Raum nachhaltig sichern und verzahnen soll. Das Vorhaben am Standort Sangerhausen umfasst ein Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro und wird maßgeblich durch Mittel aus dem Strukturwandel von Bund und Land gefördert.

Für den Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises Mansfeld-Südharz markiert dieses Bauvorhaben einen entscheidenden Fortschritt in der Infrastruktur. Am Standort entsteht eine neue, hochmoderne Hauptrettungswache, die künftig alle funktionalen und technischen Anforderungen an einen zeitgemäßen Rettungsdienststandort erfüllt. Bei der Planung wurde besonderer Wert auf die Einhaltung modernster energetischer Standards sowie auf eine optimale Arbeitsergonomie für das Personal gelegt. Dazu gehört insbesondere eine konsequente Schwarz-Weiß-Trennung zur Sicherstellung höchster Hygienestandards sowie großzügig dimensionierte Funktions- und Ruheräume, die den Anforderungen eines modernen Schichtbetriebes gerecht werden.

Das Konzept des REGENT, das oft als „Poliklinik 2.0“ bezeichnet wird, sieht eine enge räumliche und inhaltliche Kopplung der Rettungswache mit einer ambulanten Versorgungsstruktur vor. In Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Halle werden hier bis zu fünf Arztpraxen sowie spezialisierte Lehrbereiche integriert. Diese unmittelbare Nähe von Rettungsdienst und ambulanter Medizin ermöglicht die Nutzung wertvoller Synergien, verkürzt die Wege in der Patientenversorgung und stärkt die Attraktivität des Standortes für medizinische Fachkräfte. Landrat André Schröder betonte in seiner Ansprache, dass diese Kombination aus moderner Rettungswache und MVZ-Struktur ein Vorreiter-Projekt für das gesamte Bundesland darstellt.

Nach dem erfolgreichen Baustart am Standort Hettstedt vor zwei Wochen nimmt nun auch das Projekt in Sangerhausen sichtbare Gestalt an. Die Fertigstellung des Gebäudekomplexes ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant. Nach der anschließenden Ausstattung der Räumlichkeiten soll die neue Hauptrettungswache gemeinsam mit dem Gesundheitszentrum Anfang 2028 den vollen Betrieb aufnehmen. Der Eigenbetrieb Rettungsdienst leistet mit diesem Engagement einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Mottos „Wandel, der Leben rettet“ und festigt die kommunale Daseinsvorsorge in der Region.